Hafer - schmeckt nicht nur Pferden gut

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Wie kommt es dazu, dass ein unscheinbares Gras zur Arzneipflanze 2017 gewählt wird? Woher kommt der neue Trend „Oatmeal“, der die graue Haferbreipampe wie einen Schatz behandelt? Und essen nicht nur Pferde Hafer? Hier soll es darum gehen woher Hafer kommt, was ihn so interessant macht und wie viel „Gesundheit“ wirklich in ihm steckt.

Allgemeine Informationen

Herkunft, Anbau und Merkmale

Hafer, wie wir ihn kennen und liebend gern für diverse Speisen verwenden, ist der sogenannte Saathafer (avena sativa). Er ist auch unter den Namen „Echter“ oder „Weißer“ Hafer bekannt. Er wird der Familie der Süßgräser (Poaceen) zugeordnet, wie auch Weizen, Gerste oder Roggen.

Zu früheren Zeiten diente Hafer vorwiegend als Futter für Vieh. Die erste nachweisliche Nutzung stammt von 5000 v. Ch. aus Polen. Er hatte zunächst eine unwichtige Funktion als Beigras von Gerste und Weizen. Ab dem Hochmittelalter schätzt man ihn als bedeutende Feldfrucht. Er wird die Ernährungsgrundlage der Bevölkerung. Erst durch die Einfuhr der Kartoffel und die Ablösung durch Weizen und Roggen, verliert er seine Bedeutung. Generell ist er anderen Getreidearten untergeordnet. Hafer dient als Nahrungsmittel sowohl für Mensch als auch Tier, wobei der Großteil der Ernte an Pferde, Rinder und Geflügel verfüttert wird.

Hafer hebt sich von den anderen Getreidesorten ab. Er bildet seine Körner in verzweigten Rispen, und nicht in Ähren. Die Ernte ist deshalb mühsamer und der Ertrag geringer. Des Weiteren hat er einen geringeren Stärkeanteil als andere Getreidearten, dafür einen höheren Anteil an Eiweiß und Fett. Außerdem sind die Körner von Spelzen umschlossen, die in einem besonderen Mahlvorgang entfernt werden müssen, bevor die Körner weiterverarbeitet werden können.

Aus den Haferkörnern gewinnt man verschiedene Produkte. Zum Einen entsteht aus den Samenschalen und dem Keimling des Haferkorns Haferkleie. Die allseits bekannten Haferflocken entstehen in einer Vielzahl von Arbeitsschritten. Zunächst wird das Rohgetreide gereinigt. Danach werden die Haferkörner sortiert (Haferkörner variieren stark in ihrer Größe), entspelzt, geschält, gedarrt (spezielle Trocknungsmethode) und gewalzt. Es werden aber auch Hafergrütze und Hafermehl hergestellt.

Geschmack

Sein milder, nussiger Geschmack ist eher neutral, weshalb er eine perfekte Grundlage für weitere Zutaten und Aromen darstellt. Kernige Haferflocken haben einen eher nussig, kräftigen Geschmack. Feine Flocken zeichnen sich durch ein milderes Aroma aus.

Ernährungsphysiologie

Hafer ist ein wahres Powergetreide. Ernährungsphysiologisch ist er die wertvollste Getreideart. Er ist nährstoffreicher als andere Getreidearten und erfreut sich deshalb großer Beliebtheit. Bereits im Mittelalter war Hafer als Heilpflanze bekannt und die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) nutzt auch seine zahlreichen Vorteile.Das Getreide hat einen hohen Gehalt an Vitamin B1 (0,7 mg/100 g), Vitamin B6 (2,5 g/100 g), Magnesium (140 mg/100 g), Eisen (5 mg/ 100 g), Zink (3,2 mg/100 g), Kalzium (80 mg/100 g) und ist reich an Ballaststoffen (Beta-Glucane). Hafer ist zudem leicht verdaulich und sorgt für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.

Normaler Hafer ist bei einer glutenfreien Ernährung eher ungeeignet. Obwohl er kein Gluten enthält, wird er von glutenhaltigen Getreidearten verunreinigt. Wer auf Hafer deshalb nicht verzichten möchte, sollte auf glutenfrei deklarierten Hafer zurückgreifen.

Durchschnittliche Nährwerte (pro 100 g):

  • Brennwert (kcal): 340
  • Fett: 7,1 g
  • Kohlenhydrate: 56 g
  • Eiweiß: 13 g
  • Ballaststoffe: 10 g

Verwendung

Hafer ist eine Getreideart, die sich vielseitig in der Küche verwenden lässt. Sowohl in süßen Mahlzeiten, als auch herzhaften Gerichten kann das Korn mitwirken. Hafer ist vor allem in Müslis sehr beliebt, in Flockenform oder als Extrudat. Der leckere und vielseitige Haferbrei ist eine tolle Mahlzeit, die lang sättigt und den Körper gut versorgt. Hafer wird auch für Gebäck, wie Kekse, zum Kochen oder für die Herstellung von Hafermilch genutzt.

Besonders Instanthaferflocken eignen sich gut als Bindemittel für Soßen, Suppen, Eintöpfe oder zur Zubereitung für Säuglingsnahrung. Aus Haferkörnern wird auch Mehl gemahlen. Es ist allerdings nicht gut zum Backen geeignet, auf Grund des geringen Kleberanteils. Deswegen sollte es nur in Verbindung mit anderen Mehlsorten benutzt werden.

 

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