Trockenfrüchte: Bio oder konventionell? Welcher Unterschied wirklich zählt
Kaum eine Frage, egal ob online oder im Supermarkt, fühlt sich so nach Gewissensprüfung an wie diese. Ein Beispiel, das viele kennen: Das Kind greift im Supermarkt zu unseren gefriergetrockneten Erdbeerscheiben, und plötzlich ist da die Frage im Kopf, ob es nicht doch die Bio-Variante sein sollte. Deshalb vorab das Wichtigste: Es gibt auf diese Frage eine sachliche Antwort, keine moralische.
Pflanzenschutz im Fokus: Der feine Unterschied zwischen Bio und konventionell
Zuerst: Warum gibt es überhaupt Pflanzenschutzmittel? Die Antwort ist simpel: Früchte sind empfindlich. Pilzbefall, Insekten und Wetterextreme können ganze Ernten vernichten, besonders bei Sorten, die von Natur aus wenig Widerstandskraft mitbringen. Ohne Schutzmaßnahmen können Krankheiten, Schädlinge und ungünstige Witterungsbedingungen zu erheblichen Ernteausfällen führen.
- Im konventionellen Anbau steht eine größere Auswahl zugelassener Pflanzenschutzmittel zur Verfügung, darunter auch synthetisch hergestellte Wirkstoffe. Das ist in der EU erlaubt und in der Praxis auch sehr verbreitet. Bei Untersuchungen von Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau, können auch Mehrfachrückstände nachgewiesen werden, also Rückstände von mehr als einem Pflanzenschutzmittelwirkstoff. Im europäischen Rückstandsmonitoring 2024 war dies bei rund einem Viertel der untersuchten Proben der Fall. Das betrifft nicht nur einzelne Höfe oder Marken, sondern die gesamte Branche.
- Bio-Anbau bedeutet dagegen nicht automatisch „pestizidfrei“. Auch hier kommen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz, allerdings nur natürliche oder biologische Mittel, während synthetische Substanzen nahezu vollständig ausgeschlossen sind. Der Unterschied liegt also weniger in der Frage „Pestizide oder keine Pestizide“, sondern eher darin, welche Art von Mitteln erlaubt ist und wie streng die Vorgaben dafür sind.
Wichtig ist an dieser Stelle die Einordnung, um den Unterschied richtig zu bewerten: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist ein Thema, das die gesamte Landwirtschaft betrifft, egal ob Bio oder konventionell, egal welcher Hersteller. Es geht hier nicht um ein Problem einzelner Produkte, sondern um eine branchenweite Realität des Obst- und Gemüseanbaus.
Genau aus diesem Grund bieten wir bei KoRo viele Produkte sowohl in einer Bio- als auch in einer konventionellen Variante an. Wir wollen Dir die Wahl lassen, statt sie Dir abzunehmen. Was Dir wichtiger ist, entscheidest Du selbst. Was genau hinter den Begriffen „bio“ und „konventionell“ steckt, liest Du in unserem Blogpost.
Und was heißt das für Erwachsene – und Kinder?
Der wichtige Wert, über den wir hier sprechen und der in der Lebensmittelsicherheit eine zentrale Rolle spielt, ist die sogenannte ARfD, die akute Referenzdosis. Vereinfacht gesagt beantwortet sie die Frage: Wie viel eines Stoffes kann man innerhalb von 24 Stunden aufnehmen, ohne dass ein Gesundheitsrisiko zu erwarten ist?
Der Punkt, der dabei oft untergeht: Bei der Berechnung der ARfD-Ausschöpfung werden in der Regel Verzehrsdaten von Kindern berücksichtigt – sind also an Kindern mit ihrem geringeren Körpergewicht und empfindlicherem Stoffwechsel ausgerichtet, plus großzügigen Sicherheitspuffern.
Ein konventionelles Produkt innerhalb der Grenzwerte ist also kein Risiko, das nur eine Bio-Variante ausgleichen könnte.
Um sich diese Sicherheitsbewertung besser vorstellen zu können, hilft ein Rechenbeispiel, basierend auf einer aktuellen unabhängigen toxikologischen Bewertung einer untersuchten Charge, die wir durchgeführt haben: Selbst wenn ein Kind eine ganze Packung von 100 g unserer gefriergetrockneten Erdbeerscheiben auf einmal isst, wird der strengste Sicherheitswert der ARfD-Bewertung nur zu rund 8 Prozent ausgeschöpft. Man müsste mehr als 12,5 100 g-Packungen der gefriergetrockneten Früchte auf einmal essen, um überhaupt die vollen 100 Prozent dieser Sicherheitsschwelle zu erreichen – und selbst diese Schwelle liegt mit großem Sicherheitsabstand unterhalb der Menge, die tatsächlich gesundheitlich bedenklich wäre.
Übrigens gilt fürs Naschen dieselbe Regel wie bei frischem Obst: Gefriergetrocknet ist konzentrierte Frucht. Trockenfrüchte wiegen deutlich weniger, weil ihnen Wasser entzogen wurde. 50 g gefriergetrocknete Erdbeeren entsprechen ungefähr 500 g und damit einem ganzen Körbchen frischer Erdbeeren. Der gesamte Inhalt der frischen Früchte – also auch eventuelle Rückstände – steckt also in einem Zehntel des Gewichts. Deshalb gilt: Eine kleine Portion getrocknet ist eine große Portion Frucht (in unserem Blogpost erfährst Du mehr Details zum 1:10-Prinzip bei gefriergetrockneten Früchten).
Wir wollen unsere konventionelle Variante verbessern
Und trotzdem: Wir wollen auch die konventionelle Variante besser machen, statt sie nur der Bio-Alternative zu überlassen – denn gute Produkte sollen möglichst vielen Menschen offenstehen, unabhängig vom Preis. Bei besonders beliebten und gleichzeitig sensiblen Produkten wie unseren Erdbeeren lassen wir nahezu jede importierte Charge in einem staatlich akkreditierten Labor prüfen, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Wir verhandeln aktuell mit unseren Lieferanten über strengere interne Anforderungen an Pflanzenschutzmittelrückstände, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen sollen. Zudem evaluieren wir fortlaufend alternative Lieferpartner und Herkunftsländer, um langfristig Ausgangsware zu beziehen, die unseren Qualitätsanforderungen entspricht. Wir arbeiten daran, für gefriergetrocknete Erdbeeren eine direkte Lieferkette aufzubauen, um besser nachvollziehen zu können, wo und wie sie angebaut und verarbeitet werden.


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